Kommission "Kapitalanlage in Immobilien -
Vermögensbildung, allgemeine Risikovorsorge und Altersvorsorge"
Der mit Abstand größte Teil des Vermögens in Deutschland
steckt in Immobilien. Die privaten Haushalte sind nahezu
vollständig auf unmittelbar gehaltene Mietwohnungen und selbst
genutzte Wohnungen fixiert. Die Beteiligung an Immobilien über
Kapitalgesellschaften, Fonds und Genossenschaften spielt eine
untergeordnete Rolle. Transparenz und Effizienz der
Immobilienfinanzierung sind unterentwickelt. Mit Blick auf den
Immobiliensektor kann nicht von einer gleichmäßigen und in sich
schlüssigen Besteuerung gesprochen werden. Mit dem steuerlichen
Rahmen müssen sich Regierung und Parlament in den nächsten
Jahren intensiv befassen. Es geht nicht nur um Einzelregelungen,
sondern große Teile des bestehenden Steuersystems werden von
verschiedenen Seiten in Frage gestellt. Sowohl im Interesse der
Menschen, die eine verlässliche Altersvorsorge wünschen, als
auch der Menschen, die aus anderen Gründen eine sichere
Kapitalanlage suchen, soll untersucht werden, wie der Zugang zu
verschiedenen Immobilieninvestitionen erleichtert werden kann,
wie also die Transparenz erhöht, die Risiken gestreut und die
Transaktionskosten gering gehalten werden können. Die
Überlegungen sollen sich nicht auf das Immobilieneigentum der
privaten Haushalte beschränken, sondern sich mit dem mittelbaren
Eigentum an Immobilien befassen, also mit den
Kapitalgesellschaften einschließlich neuer Formen wie REITs,
Personengesellschaften, Immobilienfonds und
Wohnungsgenossenschaften.
Aufgrund der Renditechancen und Diversifizierungsmöglichkeiten
sind auch ausländische Kapitalanlagen einzubeziehen, was für die
großen Gesellschaften ohnehin selbstverständlich ist. Ziel ist,
den gesamten Immobilienmarkt für Kapitalanleger und Investoren
besser zu erschließen; zugunsten einer sicheren Altersvorsorge,
der allgemeinen Risikovorsorge, des gezielten Sparens und
Vererbens sowie mit Blick auf eine sichere Finanzierung der
Immobilienwirtschaft. Bezüglich der staatlichen
Rahmenbedingungen geht es immer weniger darum, unmittelbare
Subventionen und Abschreibungsvergünstigungen zu nutzen. Dagegen
gewinnen die steuerlichen Regelungen – auch international, die
gesetzlichen Regelungen für Unternehmensformen,
eigentumsrechtliche Abgrenzungen und sonstige Bedingungen für
Immobilieneigentümer an Bedeutung. Hier soll ein Schwerpunkt der
Arbeit liegen. Dabei ist auch eine Querverbindung zur
Reformkommission „Steuergesetzbuch“ vorgesehen. Daran arbeitet
eine Gruppe von über 70 Steuerexperten, die sich bei der
Stiftung Marktwirtschaft zusammengefunden haben und von
Vertretern der Parteien des Deutschen Bundestages begleitet
werden. Für Immobilien gibt es im Steuerrecht viele
Sonderregelungen; häufig sind diese nachteilig:
Grunderwerbsteuer, Mindestbesteuerung (Einschränkung des
Verlust-ausgleichs), Grundsteuer auf Grundflächen und Gebäude.
Zur Grundsteuer gibt es einen gemeinsamen Vorschlag der Länder
Bayern und Rheinland-Pfalz. Es erscheint zweckmäßig, sich auf
die anstehenden Reformen der Besteuerung von Unternehmen und
allgemein der Kapitaleinkünfte, auf Verschiebungen bei den
kommunalen Steuern sowie auf die laufenden „Korrekturen“
vorzubereiten.
Anknüpfend an eine bewährte Tradition ist die Arbeitsgruppe beim
Deutschen Verband angesiedelt worden. Sie setzt sich aus
Mitgliedern der fördernden Unternehmen und Institutionen
zusammen. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und
Wohnungswesen (BMVBW) begleitet die Arbeit und ist durch einen
Gast vertreten. Die Textentwürfe werden vom Institut für
Wohnungsrecht und Wohnungswirtschaft der Universität zu Köln (INWO
Köln) unter der Leitung von Prof. Dr. J. Eekhoff erarbeitet und
in der Arbeitsgruppe beraten. Das Ergebnis wird dem
Bundesminister für Verkehr, Bauen und Wohnen vorgestellt, vom
Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung
e.V. veröffentlicht und im politischen Raum verbreitet.
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Kontakt:
Dr. Hans-Michael Brey
Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung
e.V.
Georgenstraße 21, 10117 Berlin
Telefon: +49-(0)30-20 61 32 50
Telefax: +49-(0)30-20 61 32 51
Email:
info@deutscher-verband.org
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