Public Private Partnership - Staat und Privatwirtschaft
Die haushaltspolitische Situation von Bund, Ländern und Gemeinden ist
desolat. Es zeichnet sich ab, dass die Kommunen zunehmend an die Grenzen
ihrer finanziellen Möglichkeiten und Planungskapazitäten stoßen und
daher auf Kooperationen mit Investoren und anderen Akteuren auf
planerischer Ebene angewiesen sind. Die Diskussion über den schlanken
Staat bzw. den Rückzug des Staates aus den Bereichen, welche die
Privatwirtschaft effizienter umsetzen soll, ist seit Jahren virulent.
Public-Private-Partnership ist das Instrument, das viele Probleme lösen
soll. Gesprochen wird über Finanzierungsmodelle, gemeint sind
Realisierungsmodelle.
So erfährt die Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Hand und
privaten, i.d.R. kapitalkräftigen, Akteuren im Rahmen von "Public
Private Partnership" - Kooperationen - insbesondere bei größeren Vorhaben
der Stadterneuerung und Stadtentwicklung - einen Bedeutungszuwachs. Das
Spektrum möglicher Kooperationsformen reicht dabei von informellen
"Handschlag-Partnerschaften" über vertraglich geregelte Ansätze bis zur
Einrichtung gemeinsamer öffentlich-privater Entwicklungsgesellschaften.
Kernpunkt der Erfahrungen ist vor allem die Erkenntnis, dass Public
Private Partnership im Bereich Stadtentwicklung und Städtebau -
insbesondere mittel- und langfristig - nur dann erfolgreich sein können,
wenn es gelingt, "Win-Win-Situationen" für die Partner zu gewährleisten,
d. h. für alle Partner ein Überwiegen der Vorteile gegenüber den
Nachteilen zu sichern. Darüber hinaus seien hier beispielhaft auch die
Offenheit und Flexibilität der Partner, die Bereitschaft zur
Zusammenarbeit, der politische Rückhalt oder die angewendeten
Organisations- und Steuerungsmodelle als wichtige Rahmenbedingungen
erwähnt.
Grundsätzlich ist in der Stadtentwicklung heute die Notwendigkeit
unbestritten, Handlungsspielräume durch neue Kooperationsformen zu
erweitern. Bisher standen dabei häufig bilaterale Kooperationen zwischen
der öffentlichen Hand und Investoren oder zwischen der öffentlichen Hand
und Bürgern im Fokus der Betrachtung. Dahingegen sind trilaterale
Kooperationsformen bislang noch kaum systematisch auf ihre
Erfolgsbedingungen und Anwendungsvoraussetzungen untersucht worden.
(Quelle: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung)
Am Beispiel der Hansestadt Hamburg soll im Rahmen der Jahrestagung des
Deutschen Verbandes am 11. und 12. Juni 2003 erörtert werden, wie
Investoren und Verantwortliche der Stadtentwicklung erfolgreich
zusammengeführt werden, um vor dem Hintergrund zunehmend fehlender
öffentlicher Mittel gemeinsam Projekte zu entwickeln. In einem Dialog
zwischen Kommunen, Finanziers, Architekten, Investoren, Bau-,
Immobilien- und Gebäudewirtschaft möchten wir u.a. folgende Fragen
klären: Wie müssen die städtebaulichen und wirtschaftlichen
Ausgangssituationen beschaffen sein, welche Ziele müssen verfolgt
werden, welche Lösungsansätze sollten angepeilt werden und last but not
least wie sieht die Umsetzung, die Realisierung und die Finanzierung von
gemeinschaftlichen und nachhaltigen Projekten aus?
Weitere Infos...
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