Logo: Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.
Logo: Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.  
Bitte wählen Sie einen Eintrag aus...  Startseite    DV e.V.   URBAN  |   DV GmbH  |  Termine  |  Veröffentlichungen  |  Kontakt  |  Impressum 

Stichwort: Stadtumbau Ost

Bild: Leerstand in Halle (a.d. Saale)

Derzeit stehen in Ostdeutschland etwa 13% der Wohnungen leer. Dieser strukturelle Leerstand bedroht die Funktionsfähigkeit der Städte. Das Programm "Stadtumbau Ost" soll dieser Bedrohung entgegensteuern.

Seit 1990 vollzieht sich in allen gesellschaftlichen Bereichen der neuen Länder ein tiefgreifender Strukturwandel, von dem insbesondere die städtischen Wohnungsmärkte betroffen sind. Die Städte und Kommunen stehen heute nicht mehr vor der Aufgabe, die Stadtentwicklungspolitik nur auf Wachstum auszurichten. Vielmehr stellt sich die Frage, wie funktionierende Wohnungsmärkte und intakte Stadtstrukturen in den neuen Bundesländern geschaffen werden können. In diese aktuelle Debatte hat sich auch der Deutsche Verband mit einer Reihe von Veranstaltungen eingebracht.
Bild: Dr. H.-M. Brey, Generalsekretär DV e.V.
Am 17.05.2001 veranstaltete der DV in Halle ein Symposium unter dem Titel: "Wohnungsleerstand in Ostdeutschland! Nur eine Not oder auch eine Chance? Lehren aus dem Leerstandsbericht." (Begrüßungsrede Dr. H.-M. Brey, DV)

    
Download  

Eine Vielzahl der Redebeiträge können Sie am Ende der Seite als pdf-Dokument herunterladen.

  

Auf diesem Symposium informierte Herr Parlamentarischer Staatssekretär Achim Großmann, Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, zunächst über die Schlußfolgerungen der Bundesregierung aus dem Leerstandsbericht, der von der Expertenkommission "Wohnungswirtschaftlicher Strukturwandel in den neuen Ländern" erarbeitet worden war. Hierbei betonte der Referent, daß sowohl vom Bund, den Ländern, den Kommunen, der Bild: Parlamentarischer Staatssekretär Achim Großmann Wohnungswirtschaft und den Banken ein Beitrag geleistet werden müsse, um einen Anstieg des Wohnungsüberhangs zu vermeiden. Neben der finanziellen Unterstützung dieser Prozesse durch die öffentlichen Hand werde die neue Aufgabe städtischer Politik in der Kunst bestehen, die betroffenen Wohnungseigentümer auch dann zur Umsetzung städtebaulicher Konzepte zu gewinnen, wenn damit schmerzhafte Eingriffe notwendig sein sollten. Die Erstellung von Stadtentwicklungskonzepten sei hierbei die unverzichtbare argumentative und strategische Grundlage. 

In Sachsen - Anhalt werden diese Konzepte, wie von Frau Staatssekretärin Ines Fröhlich, Ministerium für Wohnungswesen, Städtebau und Verkehr dargestellt wurde, in 43 Kommunen mit jeweils bis zu 200.000 DM finanziell unterstützt. Ausgehend von der wirtschaftlichen und sozialen Situation werden Prognosen zur demographischen, städtebaulichen, und wohnungswirtschaftlichen Fragen erstellt. Die generelle Zielvorstellung ist hierbei die Schaffung einer vielfältigen Nutzungsstruktur, um Segregation, hohen Leerständen und sozialen Problemen wirksam begegnen zu können. Hinzu kommt die Forderung nach einem hohen Lebensstandard insbesondere für Kinder und Jugendliche in einem ganzheitlichen Sinne. Die Konkretisierung dieser Zielvorstellung erfolgt durch die Beteiligung aller relevanten Akteure. 

Als weitere Referenten stellte Herr Staatssekretär Dr. Albrecht Buttolo, Ministerium des Innern, die Situation in Sachsen dar, Herr Dr. Friedrich Busmann, Beigeordneter für Planen und Umwelt der Stadt Halle sprach für die Kommunen, die Geschäftsführer Herr Peter Naujokat, Grundstücks- und Gebäudewirtschafts-Gesellschaft mbH, und Herr Michael Kunz, Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft mbH, vertraten die Wohnungswirtschaft.

Am 05.07.2001 veranstaltete der DV gemeinsam mit der Brandenburgischen Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH (B.B.S.M.) eine Fachveranstaltung mit dem Titel "Städtebau und Wohnungsbauförderung im Zeichen des Strukturwandels". Herr Hartmut Meyer, Minister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Brandenburg, referierte über die Erfolge und Erwartungen zu Städte- und Wohnungsbauförderung in Brandenburg. Herr Parlamentarischer Staatssekretär Achim Großmann, BMVBW, informierte zur "Städte- und Wohnungsbauförderung im Jahr 2001 und danach". 

Unter dem Titel "Stadtumbau Ost" organisierte der DV gemeinsam mit der BIG-Städtebau Mecklenburg-Vorpommern und der B.B.S.M. am 11.12.2001 in Neubrandenburg ein Symposium. Am 12.12.2001 wurde zu dem gleichen Thema gemeinsam mit der Deutschen Bau- und Grundstücks-AG ein Symposium in Leipzig durchgeführt.

Foto: Prof. Dr. Michael Krautzberger Zu Beginn der beiden Veranstaltungen erläuterte Herr Professor Dr. Michael Krautzberger, Ministerialdirektor im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, das von der Bundesregierung beschlossene Programm "Stadtumbau Ost". Dieses Programm umfaßt den Rückbau leerstehender Wohnungen, die Aufwertung von Stadtquartieren, insbesondere der Innenstädte, die Stärkung des Wohnens in den innerstädtischen Altbauquartieren sowie einen Wettbewerb zur Aufstellung integrierter Stadtentwicklungskonzepte. Insgesamt stellen der Bund und die Länder für diese Maßnahmen über 4,3 Milliarden DM zur Verfügung, die Kommunen beteiligen sich zudem mit einer Milliarde DM. Zentrale Grundlage der zu fördernden Umbaumaßnahmen sind auch in diesem Programm sorgfältig erarbeitete Stadtentwicklungskonzepte. Der Referent forderte die Verantwortlichen dazu auf, die Chancen im Sinne einer Steigerung der Lebensqualität für die Bürger zu nutzen, die der Stadtumbau und das neue Programm eröffnen.

Die wohnungswirtschaftlichen Aspekte des Stadtumbaus wurden unter anderem von Herrn Frank Benischke, Geschäftsführer der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft mbH vorgetragen. Im Zentrum seiner Ausführungen stand einerseits die Notwendigkeit der Kommunikation zwischen den Kommunen und der Wohnungswirtschaft und die Bereitschaft dieser Akteure, den jeweils anderen als Partner in einem Problemlösungsprozeß zu verstehen. Gleichzeitig sollten auch die Wohnungsunternehmen untereinander eine Balance zwischen Wettbewerb und Miteinander finden und die strategische Entwicklung ihres Bestandes und der Kommune im Blick haben. In seinem Vortrag über die betriebswirtschaftlichen Aspekte des Stadtumbaus resümierte der Referent, daß die bisher anvisierte Vorgehensweise zur Entschuldung oder Abrißfinazierung in vielen Fällen die Finanzkraft der Unternehmen überfordere. 

Auch im Rahmen dieser Veranstaltungen wurden die Positionen der Länder, der Kommunen und der Wohnungswirtschaft durch weitere Referenten vorgetragen.

Bild: Leerstandssymposium Leipzig 12.12.2001 Der Städtebauer Michael Bräuer kritisierte auf einer weiteren Fachveranstaltung die mangelnde Wahrnehmung der Planungshoheit durch die Kommunen in den vergangenen zehn Jahren. Die derzeitig schwierige Situation wird somit nicht als Unglück verstanden, welches die Städte als Opfer demografischer oder wirtschaftlicher Entwicklungen beschreibt. Vielmehr sei eine aktive Planung gefragt, die auf einer schonungslosen Bestandsaufnahme zu gründen sei. Von allen Beteiligten, also den Politikern, den Eigentümern, den Planern und den Bürgern forderte der Referent ein hohes Maß an Flexibilität, Offenheit und Kreativität der Problematik gegenüber. Zudem sei zwischen den Akteuren eine intensive Kommunikation erforderlich, um voneinander lernen zu können und einen Interessenausgleich zu ermöglichen - im Sinne einer ausgewogenen gesellschaftlichen Zielsetzung.

Wie schon erwähnt, verbindet die Bundesregierung mit dem Programm "Stadtumbau Ost" den Ansatz, nicht nur die Funktionsfähigkeit der Städte zu erhalten, sondern zugleich eine Steigerung der Lebensqualität für die Bürger zu eröffnen. Wie kann so etwas aussehen?

Ein interessanter und sicherlich kontrovers zu diskutierenden Ansatz wird hierzu von dem Garten- und Landschaftsarchitekten Gerd Kleymann und dessen "planerzirkel" (www.planerzirkel.de) vertreten. Mit dem Rückbau von Städten werden in der Regel negative Assoziationen geweckt. Ein häufiges Bild ist hierbei die Entstehung von Brachen innerhalb der Stadträume, welche auch im Programm "Stadtumbau Ost" eine negative Beurteilung erfahren. Der "planerzirkel" versteht Brachen jedoch als Flächen, die neue Chancen für ihre Nutzer Flora, Fauna und Menschen bieten. In diesem Sinne können Brachen als neue Freiflächen in den Städten verstanden werden, die dem Wunsch der Bürger nach einem konkret erlebbaren Umweltbezug in einer neuen Dimension ermöglichen. Denn im Gegensatz zu Konzepten wie der Gartenstadt oder den Volksparken böte sich die Möglichkeit, mehr Fläche für weniger Menschen zur Verfügung zu stellen. Die Grün- und Freiraumplanung könne somit einen wesentlichen Anteil am Prozeß des Stadtumbaus erhalten, wenn sie für einzelne Städte oder Stadtteile individuelle Lösungen erarbeitete, die praktikable, finanzierbare und zukunftsorientierte Konzepte darstellen. 

Weitere Informationen zu den oben genannten Veranstaltungen und dem Thema "Stadtumbau Ost" erhalten Sie beim Deutschen Verband. (Kontakt: info@deutscher-verband.org)

Alle Redebeiträge zum Download im pdf-Format:
- Begrüßungsrede Dr. H.-M. Brey (73 KB) 
- Redetext A. Großmann (117 KB)
- Redetext I. Fröhlich (102 KB)
- Redetext Dr. A. Buttolo (Kurzfassung - 82 KB)
- Redetext Dr. F. Busmann (98 KB)
- Vortragsfolien P.Naujokat (770 KB)
- Redetext M. Kunz (64 KB)
- Redetext Prof. Dr. M. Krautzberger (252 KB)
- Thesenpapier M. Bräuer (67 KB)

[Druckversion dieser Seite]   [Zum Anfang der Seite]
include-file Promo right
Neues

Die neue Ausgabe des DV aktuell steht jetzt auch online zur Verfügung. (Ausgabe 2/2008) [Weiterlesen]

Im Rahmen der Abschlusskonferenz Hist.Urban wurde die "Europäische Erklärung für eine integrierte Revitalisierung historischer Städte" unterzeichnet [Weiterlesen]

Abschlussbericht der Kommission "Chancen des demographischen Wandels für die Wohnungs- und Städtepolitik" erschienen. [Weiterlesen]

Die neue Ausgabe des (englischsprachigen) INTERREG-Newsletters steht jetzt auch online zur Verfügung. (Ausgabe 1/08) [Weiterlesen]

Aktuelle Termine

03.07.2008: Workshop "Innovation Capacity in NWE" in Brüssel [Weiterlesen]

07.07.2008: Workshop "Antworten auf den Demographischen Wandel in NWE" in Brüssel [Weiterlesen]

07.07.2008: Expertenseminar zum Städtebaurecht: Bundesrichter im Dialog in Filderstadt-Bernhausen [Weiterlesen]

Alle Termine und ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Termin-Seite
 

© agentur makz und
Deutscher Verband
für Wohnungswesen,
Städtebau und Raumordnung e.V.
 
Georgenstraße 21
10117 Berlin
 
Fon (0 30) 20 61 32 50
Fax (0 30) 20 61 32 51
 
Letzte Aktualisierung am
 
Bitte beachten Sie unsere Bestimmungen über die Nutzung dieser Web-Site.